Begrüßung und Vorstellung: Wer grüßt dann eigentlich wen zuerst bzw. wer stellt wen zuerst vor?
Ganz einfache Regeln für den perfekten ersten Eindruck
Grundsätzlich gilt: Der Höherrangige bzw. „Höherwertige“ (= Gast, Besucher) wird bei der Begrüßung zuerst mit Information bedient, das heißt:
- Vorgesetzter, dann Mitarbeiter. Dem Vorgesetzten wird der Mitarbeiter vorgestellt.
- Anwesender, dann Neuer. Dem bereits Anwesenden wird der neu Hinzukommende vorgestellt.
- Gast, dann Interner. Dem Gast wird der interne Mitarbeiter vorgestellt.
- Dame, dann Herr. Der Dame wird der Herr vorgestellt.
- Älter, dann jünger. Der wesentlich älteren Dame wird die jüngere Dame vorgestellt.
Warum schüttelt oder gibt man zur Begrüßung die Hand?
Das Händeschütteln bei der Begrüßung ist weit verbreitet ist. Der Ursprung dieses Brauchs ist nicht gesichert geklärt.
Eine mögliche Erklärung ist, dass das Händeschütteln in früheren Zeiten eine Waffenkontrolle dargestellt hat. Indem man dem anderen die Hand gab, zeigte man ihm, dass man keine Waffe versteckt und keine feindlichen Absichten hat. Deshalb war und ist es auch wichtig, dass die rechte Hand gegeben wird, also die Waffenhand.
Eine andere Theorie besagt, dass das Händeschütteln als Zeichen des Respekts und des Vertrauens entstanden ist. Indem man dem anderen die Hand gab, zeigte man ihm, dass man ihm vertraute und dass man bereit war, ihn zu akzeptieren.
Heute hat das Händeschütteln in vielen Kulturen und Gesellschaften eine wichtige symbolische Bedeutung. Es ist Ausdruck von Höflichkeit, Respekts und Freundlichkeit. Es ist auch ein Weg, um eine Verbindung zum Gegenüber herzustellen. Indem man dem Anderen die Hand gibt, zeigt man, dass man offen und freundlich ist sowie bereit dazu, eine Beziehung aufzubauen.
Business-Knigge: Was müssen Sie noch alles beachten, damit Sie immer gut ankommen?
Ihr professionelles Auftreten im Geschäftsleben entscheidet oft, wie Sie bei Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden ankommen. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten modernen Business-Knigge-Regeln zusammen – für einen souveränen ersten Eindruck und eine angenehme Zusammenarbeit.
Begrüßung und Vorstellung
Wer grüßt wen zuerst? Grundsätzlich grüßt die Person zuerst, die einen Raum betritt. Im beruflichen Kontext gilt zusätzlich: Rangniedere grüßen Ranghöhere zuerst. Mit anderen Worten: Der Mitarbeiter grüßt als Erster den Chef, nicht umgekehrt.
Stellen Sie immer die rangniedrigere Person der ranghöheren vor. Nennen Sie also zuerst den Namen der höhergestellten Person, dann die vorgestellte Person („Herr Direktor, das ist unser neuer Kollege Herr Meier“).
Als Gastgeber eines Meetings oder Besuchs begrüßen Sie Ihre Gäste persönlich, bevor diese Sie ansprechen. Sind mehrere Personen anwesend, wenden Sie sich zuerst an die ranghöchste Person (im Business-Knigge gilt Rang vor „Ladies first“).
Allgemein gilt: Stehen Sie zur Begrüßung auf, lächeln Sie und halten Sie Blickkontakt. Ein persönlicher Gruß mit dem Namen („Guten Morgen, Frau Müller“) wirkt besonders aufmerksam. Sprechen Sie klar und nicht zu leise. So hinterlassen Sie von Anfang an einen positiven Eindruck.
Händeschütteln und Alternativen
Der Handschlag ist in Deutschland die übliche Geschäfts-Begrüßung. Ein bestimmter, aber nicht zu kräftiger Händedruck signalisiert Interesse und Wertschätzung. Achten Sie auf einen festen Druck für etwa zwei Sekunden und freundlichen Blickkontakt dabei. Anschließend lassen Sie die Hand wieder los.
Wer bietet wem die Hand an? Auch hier zählt die Hierarchie: Die ranghöhere Person entscheidet, ob und wann ein Handschlag erfolgt. Warten Sie also z.B. als Mitarbeiter, bis der Vorgesetzte die Hand anbietet. Ausnahme: Ein Gast darf in der Rolle des Besuchers durchaus selbst die Hand zuerst ausstrecken – der Gastgeber wird das nicht als unhöflich empfinden.
Nicht immer ist ein Händedruck möglich oder erwünscht. Zwingen Sie niemanden dazu, wenn Ihr Gegenüber zurückhaltend wirkt.
Grüßen Sie in dem Fall einfach freundlich mit Worten, Lächeln und Augenblickkontakt. In informellen Situationen hat sich auch ein kurzer Faustgruß oder ein leichtes Kopfnicken als Alternative etabliert. Wichtig ist, dass Sie Ihr Gegenüber willkommen heißen – ob mit oder ohne Handschlag.
Dresscode: klassisch, modern, branchenspezifisch
Mit der passenden Kleidung unterstreichen Sie Professionalität und Respekt. Orientieren Sie sich an der Kleiderordnung Ihrer Branche. In konservativen Bereichen (z.B. Banken, Versicherungen, Behörden) ist formelle Business-Kleidung ein Muss – Anzug oder Kostüm in gedeckten Farben, Hemd oder Bluse, saubere Lederschuhe.
Solch klassischer Dresscode steht für Seriosität und Vertrauen. In kreativen oder technischen Branchen geht es oft legerer zu; dort sind auch Jeans und Sneaker akzeptiert.
Viele Firmen praktizieren Business Casual: gepflegte, aber weniger strenge Kombinationen wie Stoffhose oder dunkle Jeans mit Hemd oder Bluse (ohne Krawatte).
Smart Casual geht noch näher an den Freizeitlook, bleibt aber ordentlich (z.B. Jeans mit Sakko oder Polo statt Hemd). Gilt kein fester Dresscode, kleiden Sie sich im Zweifel lieber etwas zu schick als zu lässig.
Branchenspezifisch gibt es auch Uniformen oder Firmenkleidung (Corporate Wear), zum Beispiel in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Halten Sie sich in diesen Fällen an die Vorgaben, um ein einheitliches Auftreten zu gewährleisten.
Smalltalk und Gesprächsführung
Leichter Smalltalk erleichtert den Einstieg in geschäftliche Gespräche. Starten Sie ein Treffen mit unverfänglichen Themen: z.B. Wetter, Anreise, aktuelles Ereignis – Hauptsache, positiv und ohne Kontroversen. Vermeiden Sie beim ersten Kennenlernen heikle Felder wie Politik, Religion oder sehr private Angelegenheiten.
Achten Sie auf ausgewogene Gesprächsführung: Stellen Sie Fragen, hören Sie aktiv zu und reden Sie nicht nur über sich selbst. Nennen Sie Ihr Gegenüber beim Namen und lächeln Sie dabei – das schafft Sympathie.
Ein ehrliches Kompliment zum Anlass oder Umfeld ist erlaubt, solange es passend und nicht übertrieben ist. Verfallen Sie nicht in Besserwisserei oder Belehrungen. Smalltalk soll locker sein und dem gegenseitigen Kennenlernen dienen.
Körpersprache
Ihre Körperhaltung sendet permanente Signale. Treten Sie mit aufrechter Haltung, offenem Brustkorb und erhobenem Kopf auf. Das wirkt selbstbewusst und zugewandt. Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen, ohne zu starren, und lächeln Sie freundlich – so zeigen Sie Interesse und Offenheit.
Vermeiden Sie es, die Arme vor der Brust zu verschränken oder Hände in die Hosentaschen zu stecken.
Unterstützen Sie Ihr Gespräch mit Gestik, aber übertreiben Sie nicht. Natürliche Handbewegungen sind völlig in Ordnung, solange sie ruhig bleiben. Hektisches Fuchteln hingegen lenkt ab.
Wahrung der Distanz: Ein Gesprächsabstand von etwa einer Armlänge gilt als angenehm. Dringen Sie nicht in die Intimsphäre Ihres Gegenübers ein. Gleichzeitig sollten Sie sich nicht abwenden, sondern Ihrem Gegenüber zugewandt bleiben. Signalisiert jemand durch Zurückweichen mehr Abstand, respektieren Sie das.
Wichtig auch: Kontrollieren Sie nervöse Gewohnheiten. Zappeln, mit dem Kugelschreiber klicken oder am Handy spielen – all das wirkt unruhig und desinteressiert. Besser ist, still zu sitzen oder zu stehen, entspannt zu atmen und Ihrem Gegenüber volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Verhalten bei Meetings
Pünktlichkeit ist oberstes Gebot: Planen Sie genug Zeit ein, um ein paar Minuten vor Beginn vor Ort zu sein. Falls Sie sich verspäten, kündigen Sie das unbedingt telefonisch an. Beim verspäteten Eintreffen stören Sie die Runde so wenig wie möglich: Nehmen Sie leise Platz und entschuldigen Sie sich kurz, sobald es passt.
Während des Meetings: Lassen Sie andere ausreden und hören Sie aktiv zu. Melden Sie sich zu Wort, statt dazwischenzureden. Fassen Sie sich kurz, kommen Sie zum Punkt und halten Sie sich an die Agenda.
Stellen Sie Ihr Handy lautlos und weg, um nicht in Versuchung zu geraten, nebenbei aufs Display zu schauen. Ihre volle Aufmerksamkeit gilt dem aktuellen Gespräch.
Wenn Sie selbst die Leitung eines Meetings haben, beginnen Sie pünktlich und begrüßen Sie alle Anwesenden. Stellen Sie externe Teilnehmer kurz vor. Führen Sie strukturiert durch die Tagesordnung und achten Sie auf die Zeit. Am Ende danken Sie für die Mitarbeit und fassen die Ergebnisse zusammen.
Business-Lunch & Geschäftsessen
Beim Geschäftsessen sind gute Manieren gefragt. Erscheinen Sie pünktlich, um Ihre Gäste zu empfangen. Sind alle am Tisch, legen Sie die Serviette auf Ihren Schoß. Warten Sie mit dem Essen, bis der Gastgeber zum Essen auffordert oder selbst beginnt.
Beachten Sie grundlegende Tischregeln: Kauen Sie mit geschlossenem Mund, sprechen Sie nicht mit vollem Mund und nutzen Sie Besteck von außen nach innen.
Ihr Handy bleibt während des Essens in der Tasche, um volle Aufmerksamkeit zu zeigen.
Bleiben Sie beim Gespräch zunächst locker (Smalltalk über Essen, Stadt, Interessen) und kommen Sie erst gegen Ende des Hauptgangs auf Geschäftliches zu sprechen. Alkohol genießen Sie nur in Maßen – es ist absolut in Ordnung, darauf zu verzichten.
Zum Schluss – die Rechnung: Üblicherweise zahlt, wer eingeladen hat. Wenn nichts anderes vereinbart ist, übernimmt der Gastgeber die Rechnung.
Kündigen Sie das als Einladender ruhig an („Das geht auf mich“) und bezahlen Sie diskret. Als Gast bedanken Sie sich für die Einladung. Ein herzlicher Dank und ein Händedruck (oder eine kurze Dankes-Mail) runden den Business-Lunch stilvoll ab.
Umgang mit Hierarchien
Respektvoller Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden ist im Geschäft essentiell. Beachten Sie Rangordnungen, ohne devot zu sein. Grüßen Sie höhergestellte Personen stets zuerst und begegnen Sie allen mit Höflichkeit.
Bei der Anrede gilt: Nutzen Sie zunächst das Sie.
Das Du bietet in der Regel der ranghöhere oder ältere Kollege an.
Drängen Sie es niemals von sich aus auf, wenn Sie neu oder jünger sind. Wird Ihnen das Du angeboten, können Sie darauf eingehen – aber bleiben Sie im Zweifel lieber beim Sie, bis eindeutig klar ist, dass das Du im Umfeld erwünscht ist.
Achten Sie im Arbeitsalltag auf Höflichkeiten: Halten Sie Türen auf, lassen Sie ranghöhere Personen den Vortritt und hören Sie erfahrenen Kollegen zu. Kritik oder heikle Themen sprechen Sie mit Vorgesetzten stets unter vier Augen an, niemals vor versammelter Mannschaft.
Verhalten auf Dienstreisen
Auch außerhalb des Büros sollten Sie professionell und freundlich auftreten, denn auf Reisen sind Sie das Aushängeschild Ihres Unternehmens.
Seien Sie stets höflich zu Fahrer-, Hotel- und Servicepersonal – ein freundliches Wort und Dankeschön kosten nichts, hinterlassen aber einen guten Eindruck.
Reisen Sie mit Kollegen oder dem Chef, gelten die gleichen Benimmregeln wie im Büro. Verhalten Sie sich kollegial und rücksichtsvoll. Kommen Sie Ihren Pflichten nach und bleiben Sie auch nach Feierabend professionell.
Lädt Ihr Vorgesetzter Sie abends ein, nehmen Sie die Einladung in der Regel an. Nur bei echter Erschöpfung ist eine höfliche Absage akzeptabel. Nutzen Sie informelle Treffen, um Beziehungen zu pflegen – aber überschreiten Sie keine Grenzen.
Eine gute Vorbereitung ist wichtig: Sorgen Sie dafür, dass Reisedokumente, Tickets und Hotelbuchungen organisiert sind. Informieren Sie sich außerdem über kulturelle Besonderheiten am Zielort, damit Sie Fettnäpfchen vermeiden und von Beginn an einen positiven Eindruck hinterlassen.

Autor: Uwe Freund ist Kommunikationstrainer, Dozent, Coach, Speaker und Berater mit über 30 Jahren Erfahrung für die Themen