MM Logistik Artikel 12.03.2026: Uwe Freund – Wirksame Führung in der Logistik hat viel mit Kommunikation zu tun,
veröffentlicht in: MM Logistik, 12. März 2026.
Zwischen Kennzahlen und Menschen: Wirksame Führung in der Logistik hat viel mit Kommunikation zu tun
Führung in der Logistik wirkt, wenn Sprache Führung leistet: Klare Ansagen, verbindliche Rückmeldungen und einheitliche Begriffe stabilisieren Leistung und entlasten Teams in komplexen Systemen. Gerade heute, denn geopolitische Unsicherheiten, Fachkräftemangel, steigende Komplexität, Digitalisierung, KI und laufende Veränderungsprozesse prägen den Alltag vieler Logistikverantwortlicher.
Zugleich zählt die operative Realität in Minuten, nicht in Konzeptpapieren. Schichten wechseln, Aufträge laufen parallel, Systeme sind komplex, und an den Übergängen entscheidet sich jeden Tag, ob ein Prozess fließt oder stockt. In Logistikunternehmen findet Führung nur selten im ruhigen Einzelgespräch statt, sondern eher in kurzen Übergaben, Priorisierungen, Rückfragen und Eskalationen, die oft mitten im Betrieb laufen. Verständigung entsteht am Leitstand, in der Halle, an der Rampe, im Fahrerbriefing, im Wareneingang und im Gespräch mit Einkauf, Produktion oder Customer Service, und viele dieser Kontakte dauern kurz, wirken dafür umso stärker.
Genau deshalb entsteht Leistung in Lager, Transport, Einkauf und Supply Chain aus abgestimmten Handlungen, bei denen Wareneingang, Kommissionierung, Verladung, Disposition, Instandhaltung und IT ineinandergreifen, während jede unklare Information Suchzeiten, Doppelarbeit oder Fehler auslöst.
Kennzahlen liefern dafür wichtige Orientierung, nur bleibt ein KPI eine Zahl, bis klar ist, welches Verhalten daraus folgt und welche Priorität für die Schicht gilt. Wirksame Führung übersetzt daher Kennzahlen in konkrete Entscheidungen, die im Team ankommen, damit alle wissen, was zuerst zählt, was danach folgt und welche Aufgabe im Moment liegen bleibt, ohne dass die Verantwortung durch die Organisation wandert.
Klare Ansagen unter Druck
Ab einem gewissen Punkt entscheidet Sprache besonders stark, weil Zeit- und Leistungsdruck Sätze verkürzt, den Ton schärfer macht und Details verschwinden lässt, obwohl gerade dann Sicherheit, Qualität und Zusammenarbeit stabile Leitplanken brauchen.
Ein Auftrag wirkt deshalb nur dann, wenn er eine klare Handlungsanweisung und ein zu erzielendes Ergebnis enthält, denn Formulierungen wie „bitte schnell“ oder „macht das fertig“ lassen Interpretationen zu, und jede Interpretation erzeugt Varianz im Prozess. In der Praxis trägt eine operative Anweisung, wenn drei Elemente im Satz sichtbar bleiben, nämlich Ergebnis, Priorität und Zeitpunkt, ergänzt um Zweck und Schnittstelle, sobald mehrere Bereiche betroffen sind.
So klingt das in einer operativen Situation, in der Zeit drängt und gleichzeitig mehrere Themen laufen: „Ziel: Rampe 3 frei bis 14 Uhr. Priorität: vor Nachschub. Start: jetzt. Rückmeldung: nach 20 Minuten an den Leitstand.“ Diese Ansage bleibt kurz, sie bleibt prüfbar und sie reduziert Rückfragen, weil sie das Ergebnis, die Reihenfolge und den Zeithorizont in einem gemeinsamen Bild zusammenführt.
Damit dieser Stil nicht nur im Ausnahmefall funktioniert, hilft eine feste Rückmeldeschleife, die im Alltag als Standard gilt: Der Auftrag wird kurz in eigenen Worten wiederholt, danach startet die Ausführung und die Führungskraft erhält zur vereinbarten Zeit eine Rückmeldung, die den nächsten Schritt erleichtert.
Diese Schleife kostet Sekunden, sie spart Nacharbeit und sie wirkt gerade dann, wenn die Schicht voll ist und mehrere Schnittstellen gleichzeitig Aufmerksamkeit fordern.
Begriffe und Zuständigkeiten stabilisieren den Prozess
Neben der Auftragsform entscheiden Begriffe über Tempo, denn Wörter wie „dringend“, „sofort“ oder „fertig“ bleiben ohne gemeinsame Definition dehnbar und erzeugen in jeder Schicht ein neues Verständnis. Legen Sie im Team eine einfache Bedeutung fest und nutzen Sie sie konsequent, damit alle Schichten dieselbe Sprache sprechen, besonders in gemischten Teams mit unterschiedlichen Muttersprachen, in denen einfache Verben, klare Zeitangaben und ein Begriff pro Sache Missverständnisse spürbar reduzieren.
Entsprechend gewinnen Schnittstellen Stabilität, wenn Zuständigkeiten in klaren Sätzen geregelt sind, also wenn eine Person pro Thema die Erstklärung übernimmt und die nächste Übergabe eindeutig benennt, damit Fragen nicht durch drei Stationen gehen und dabei Zeit verlieren.
Konflikte im Prozess lösen
Unter Druck entstehen Konflikte häufig aus Zielkonflikten wie Sicherheit gegen Tempo, Qualität gegen Durchsatz oder Bestand gegen Auslastung, und die Kommunikation kippt dann schnell in Vorwürfe, obwohl die Sachebene die Lösung liefert. Führung bleibt wirksam, wenn sie in Fakten, Wirkung und Erwartung spricht (und Personen nicht bewertet), weil dadurch die Klärung im Prozess bleibt und eine überprüfbare Regel entsteht.
Wandel kommunikativ führen
Viele verantwortliche Personen in der Logistik sind technisch, prozessual oder kaufmännisch exzellent, gleichzeitig unterschätzen manche die Mechanik kommunikativer Führung. Menschen folgen jedoch nicht nur Prozessen, sondern brauchen Klarheit, Verlässlichkeit und Haltung, um unter Druck stabil zu bleiben. Der Fachkräftemangel verschärft diesen Punkt, denn wer gute Mitarbeitende halten will, führt auch über kurze, klare Kommunikation im Alltag, in der Prioritäten und Leistung präzise benannt werden, statt im allgemeinen Appell zu verschwinden.Hinzu kommt der Wandel durch Automatisierung, neue IT-Systeme und KI, die Abläufe, Rollen und Kompetenzprofile verändern, während Mitarbeitende zuerst eine sehr konkrete Frage stellen: „Was ändert sich für mich in der nächsten Schicht?“
Kommunikative Führung beantwortet diese Frage früh und konkret, indem drei Inhalte sichtbar werden, nämlich Sinn, Auswirkungen und Beteiligung, also der Grund für die Veränderung, die Änderung im Ablauf und die Rollen in Test, Entscheidung und Unterstützung.
Ein Beispiel aus einer Systemumstellung zeigt, wie schnell Akzeptanz entsteht, wenn Kommunikation die operative Perspektive ernst nimmt: „Ab Montag buchen wir jede Teilentnahme direkt am Platz. Das reduziert Klärfälle. In den ersten zwei Wochen begleitet ein Key User jede Schicht.“ Das Team erkennt Zweck, Schritt und Unterstützung und damit sinkt Widerstand, weil Unsicherheit durch konkrete Orientierung ersetzt wird.
Vertrauen entsteht zusätzlich mittels transparenter Entscheidungen, etwa über einen kurzen wöchentlichen Stand, der benennt, was entschieden ist, was offen bleibt und wann die nächste Klärung folgt, damit die Organisation planbar bleibt. Viele Betriebe entlasten Führung zudem durch eine Kommunikationsroutine wie eine kurze Lagebesprechung, klare Prioritäten für die Schicht und einen definierten Eskalationsweg, weil dadurch weniger spontane Klärungen entstehen und Schnittstellen ruhiger arbeiten.
Zwei Standards für den Start
Der Einstieg in kommunikative Führung gelingt ohne Großprojekt, wenn zwei Standards für eine Woche konsequent gelten: eine klare Auftragsstruktur und feste Rückmeldetermine, die im Team bekannt sind und im Alltag eingehalten werden. Die Wirkung zeigt sich schnell in weniger Reibung, weniger Nacharbeit und mehr Verlässlichkeit an Schnittstellen, und genau diese Verlässlichkeit entlastet Führung ebenso wie Mitarbeitende; trotz weiteren hohen Drucks.
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Welche Seminarvarianten und Formate gibt es? Wie lange dauern die Seminare?
- Inhouse-Seminare in Präsenz direkt vor Ort in Ihrem Unternehmen: zum Beispiel 1 Tag oder kompakt 0,5 Tag
- Inhouse-Seminare als Live-Online-Seminare/Web-Seminare zum Beispiel über Microsoft Teams (oder ein anderes bei Ihnen genutztes Konferenz-System): 0,5 Tag, 1 Tag oder 2 x 0,5 Tag
- Inhouse-Intensivseminare als Präsenz- oder Live-Online-Seminare: 2 Tage, auch im Abstand von 2 bis 6 Wochen möglich
- Impuls-Vorträge/Speaker-Vorträge, auch für Großgruppen, Präsenz oder Live-Online-Vortrag: 60, 90 oder 120 Minuten
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Wie erhalten Sie auch Unterstützung nach Ihrem Kommunikationstraining?
Unterstützung erhalten Sie einfach per E-Mail direkt und persönlich von Uwe Freund oder über den Wissens-Blog fraguwe-de. Teilnehmende der Korrespondenz- und E-Mail-Seminare können Uwe Freund nach dem Seminar bearbeitete Schreiben, Vorlagen und Textbausteine zur Bewertung und weiteren Optimierung per E-Mail senden.
Welche Methoden werden in den Seminaren eingesetzt?
- Trainerinput, fragendes Entwickeln
- Diskussion von Beispielen, Textanalyse, Korrekturübungen
- Aktives Arbeiten mit Lernmaterialien wie Schnellreferenzkarten bzw. Checklisten
- Formulierungsübungen, Entwickeln von Formulierungshilfen und Beispielschreiben
- Kleingruppenarbeit mit Nachbesprechung im Plenum
Gibt es eine Teilnahmebestätigung oder ein Zertifikat?
- Alle Teilnehmenden erhalten eine qualifizierte Teilnahmebestätigung.
- Service IDD: Auf Wunsch erhalten Sie auch eine IDD-konforme Bestätigung (Insurance Distribution Directive / Versicherungsvertriebsrichtlinie).
Was kostet die Seminarteilnahme?
- Inhouse-Seminare (firmenintern): Bitte fordern Sie ein individuelles Angebot an – mit allen Details und persönlichen Referenzen
- Teilnahme an offenen Seminaren: pro teilnehmender Person 580,00 Euro zzgl. 19 % MwSt. (690,20 Euro inkl. MwSt.) mit ausführlichen Seminarunterlagen, handlichen Schnellreferenzkarten im DIN A5-Format, Seminarmaterialien, Übungen, Teilnahmebestätigung, Nutzung der E-Mail-Hotline. Ab 3. Person zum selben Termin: -20 % für alle Buchungen ab 3. Person.
Ihr Kommunikationstrainer: Uwe Freund
Uwe Freund ist Kommunikationstrainer, Dozent, Coach, Speaker und Berater mit über 30 Jahren Erfahrung für die Themen Korrespondenz und Beschwerdemanagement per Brief, E-Mail, Live-Chat sowie für Zeitmanagement, Telefondialog und Präsentation. Er berät und unterstützt Unternehmen in verschiedenen Branchen bei der Neugestaltung der schriftlichen und mündlichen Kommunikation sowie bei der professionellen Textoptimierung von Vorlagen, Text-Makros und Templates.
Erfahrung in Zahlen: 4.600+ Seminartage · 44.200+ Teilnehmende (Okt. 2025). Erfolgsmessung 8 Wochen nach Seminar/Maßnahme: −30 % Textlänge, +26 % Erstlösungsquote (FCR First Contact Resolution).
Als Kommunikationstrainer mit KI-Kompetenz vermittelt er die bewährten Inhalte des E-Mail-Trainings und die effiziente Nutzung von KI-Werkzeugen zur Texterstellung und -optimierung: Sicherung von der Qualität, Klarheit und Kundenorientierung trotz KI-Unterstützung – Entwicklung von Standards zur KI-basierten E-Mail-Kommunikation – Strategien zur nachhaltigen Effizienzsteigerung bei täglichen Korrespondenzprozessen. In Projekten führt das zu kürzeren, klareren E-Mails und weniger Rückfragen.
Uwe Freund ist Mitglied im Bayerischen Journalistenverband (BJV) und im Arbeitsausschuss "Text- und Informationsverarbeitung für Büroanwendungen" beim DIN Deutschen Institut für Normung (DIN e. V.). Dort bringt er seine langjährige Erfahrung in die Normung von Bürokommunikation und Dokumentenstandards ein.
Studienabschluss: M. A. (Magister/Master) in Politik, Germanistik und Psychologie | Weiterbildungen: Coach (EASC) auf Basis der Transaktionsanalyse, Konfliktmanagement, Gruppendynamik, Physiologie und Sport-Trainingsmethodik, Gestalt, TZI, MPC, INSIGHTS MDI (Akkreditierter Berater), Lumina Spark (Akkreditierter Berater) | Seminarsprachen: Deutsch, Englisch | Branchenschwerpunkte: Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Energieversorger, öffentlicher Verkehr, öffentliche Verwaltung, Kanzleien, Automotive, IT, Software und Fashion/Beauty.
Online-Seminare: Wann sind die nächsten Termine für offene Seminare?
Teilnahme-Gebühr pro Person: 580,00 Euro zzgl. MwSt. (690,20 Euro inkl. MwSt.)
Seminare: Korrespondenz, Telefon, Briefe, E-Mails, Live-Chat-Service, Kundenservice
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