Streichen Sie „dürfen“ aus Ihrem Wortschatz. Mit einer wichtigen Ausnahme.
Warum „dürfen“ in der Geschäftskommunikation oft kleiner macht, als Sie denken
Viele Formulierungen wirken auf den ersten Blick höflich. „Dürfen“ gehört zu diesen Wörtern. Es klingt weich, zurückhaltend und rücksichtsvoll. In der täglichen Geschäftskommunikation führt es jedoch häufig zu genau dem Gegenteil dessen, was Sie erreichen wollen: Es wirkt unterwürfig, klein, unnötig distanziert – oder sogar überheblich, wenn es so klingt, als würden Sie anderen etwas „erlauben“.
Direkt bei Ihnen vor Ort oder online:
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Beides passt nicht mehr zu einer professionellen, modernen und freundlichen Kommunikation. Unternehmen möchten klar, direkt und wertschätzend auftreten. Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf dieses eine Wort.
Warum „dürfen“ so leicht eine falsche Wirkung erzeugt
„Dürfen“ stellt den anderen sprachlich über Sie. Es erzeugt das Gefühl einer Erlaubnis, einer Genehmigung oder sogar einer Unterordnung. Damit senden Sie unbeabsichtigt Signale, die weder im Kundenkontakt noch in internen Gesprächen hilfreich sind.
Typische Beispiele aus E-Mails und Gesprächen:
- „Wir dürfen Sie bitten …“
- „Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen.“
- „Bei Fragen dürfen Sie uns gerne anrufen.“
Und im Empfangsbereich:
- „Sie dürfen sich hier hinsetzen.“
- „Sie dürfen sich gerne einen Kaffee nehmen.“
Jede dieser Formulierungen wirkt so, als müssten Sie erst um Erlaubnis bitten oder als würden Sie großzügig etwas erlauben, das völlig selbstverständlich ist. Beides erzeugt Distanz und schwächt die professionelle Ausstrahlung.
Besser: direkt, freundlich und klar.
In der modernen Kommunikation brauchen Menschen keine indirekten Erlaubnisformeln. Sie brauchen klare, freundliche Sätze, die Sicherheit und Professionalität vermitteln.
Zum Beispiel:
- „Bitte …“
- „Wir freuen uns darauf, Sie zu begrüßen.“
- „Bei Fragen rufen Sie uns gerne an.“
- „Nehmen Sie gerne Platz.“
- „Nehmen Sie sich gerne einen Kaffee.“ oder: „Es steht Kaffee für Sie bereit.“
Diese Formulierungen wirken selbstverständlich, wertschätzend und professionell, ohne Abstand zu schaffen.
Die wichtige Ausnahme
Es gibt Situationen, in denen „dürfen“ nicht nur richtig, sondern notwendig ist: Wenn rechtliche, vertragliche oder prozessuale Vorgaben gelten. Dann drücken Sie mit „dürfen“ keine Unterwürfigkeit aus, sondern zeigen eine klare Grenze:
- „Der Gesetzgeber hat geregelt, dass … . Deshalb dürfen wir die Kosten nicht erstatten.“
- „Der Gesetzgeber hat geregelt, dass … . Deshalb dürfen die Kosten nicht erstattet werden.“
Hier zeigt „dürfen“ keine Unsicherheit. Es zeigt Verbindlichkeit.
Im Service sprechen Sie nicht klein. Bei festen Regeln zeigen Sie Klarheit.
„Dürfen“ ist kein schlechtes Wort. Es ist nur ein Wort, das in vielen alltäglichen Situationen ungewollt klein, altmodisch oder distanziert wirkt. Wenn Sie es bewusst einsetzen, gewinnen Ihre Texte und Gespräche sofort an Wirkung.
Welche „dürfen“-Formulierungen begegnen Ihnen immer wieder? Schicken Sie mir gerne Beispiele aus Ihrem Alltag – ich zeige Ihnen passende Alternativen und erkläre, wie Sie damit klarer, moderner und professioneller kommunizieren.


Autor: Uwe Freund ist Kommunikationstrainer, Dozent, Coach, Speaker und Berater mit über 30 Jahren Erfahrung für die Themen