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neues Jahr oder Neues Jahr? großgeschrieben oder kleingeschrieben?

2017 hat der Rechtschreibrat die Großschreibung „ein schönes Neues Jahr“ wieder zugelassen – als alternative Schreibweise. Sie ist zwar falsch, aber gebräuchlich.

Grundsätzlich gilt: Wenn das Eigenschaftswort wie „neues“ noch seine ursprüngliche Bedeutung hat, gibt es keinen Grund für Großschreibung. Und da „das neue Jahr“ genauso wie „das nächste Jahr“ oder „das kommende Jahr“ noch seine ursprüngliche Bedeutung hat, wird kleingeschrieben:

  • Ich wünsche Ihnen ein schönes neues Jahr.
  • Wir wünschen Ihnen frohe Ostern.
  • Herzlich willkommen!

Eigenschaftswörter schreiben wir im Deutschen klein, Hauptwörter schreiben wir groß. Nach alter Rechtschreibung wurde immer öfter argumentiert, bei häufig verwendeten Verbindungen wie „neues Jahr“ oder „frohe Ostern“ handele es sich um so genannte feststehende Begriffe, die dann in beiden Teilen großgeschrieben werden müssten. Und häufig wird auch heute noch „Neues Jahr“ geschrieben.

Rein aufgrund der Häufigkeit hat der Rechtschreibrat 2017 auch die großgeschriebene Variante wieder zugelassen:

  • Ich wünsche Ihnen ein schönes Neues Jahr.

Wichtig für Sie: „Herzlich Willkommen“ sieht der Rechtschreibrat jedoch als so massiv falsch an, dass die Schreibweise trotz der häufigen Nutzung auch in der Zukunft nicht als korrekt akzeptiert wird.

Und wie ist es eigentlich mit: „Ende dieses/diesen Jahres“? Die Antwort finden Sie hier.

Wann werden Adjektive wie „neues“ in „neues Jahr“ großgeschrieben?

Das Adjektiv muss kleingeschrieben werden bei …

… wörtlichem Gebrauch:

  • die große Mehrheit
  • das geistige Eigentum
  • der freie Mitarbeiter

… bildhaftem = metaphorischem (mit ähnlicher, übertragener Bedeutung)  oder metonymischem (mit ursächlichem, räumlichem oder zeitlichem Zusammenhang) Gebrauch:

  • die zerschnittene Landschaft
  • der kluge Kopf

Das Adjektiv muss großgeschrieben werden …

… bei Titeln, Ehren- und Amtsbezeichnungen:

  • der Heilige Vater
  • der Regierende Bürgermeister

… bei offiziellen und kirchlichen Feier- und Gedenktagen
(2017 ausgeweitet):

  • der Erste Mai
  • der Internationale Frauentag
  • der Heilige Abend
  • Westfälischer Frieden

neues Jahr oder Neues Jahr? Warum gibt es überhaupt Großschreibung von Hauptwörtern im Deutschen?

Die Großschreibung von Hauptwörtern gibt es ausschließlich im Deutschen und im Luxemburgischen, als dem Letzeburgisch. Aber warum eigentlich?

Die Großschreibung von Hauptwörtern – also Substantiven – gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Zuvor war die Rechtschreibung weitgehend Geschmackssache. Manche Texte zeigten Großschreibung bei betonten Wörtern, andere nicht. Erst mit der zunehmenden Alphabetisierung und der Notwendigkeit, Texte einheitlich lesbar zu gestalten, begann sich die Großschreibung durchzusetzen. Der Grund dafür war einfach: Substantive heben sich so besser von anderen Wortarten ab. Die Lesbarkeit steigt, weil der Blick sofort erkennt, worum es sich handelt – Ding, Person, Gedanke, Ereignis.

Warum wurde gerade im Deutschen ein so starker Wunsch empfunden, Hauptwörter hervorzuheben? Das Deutsche erlaubt viele Wortarten und Wortkombinationen, die sich grammatikalisch stark ähneln. Wer Hauptwörter großschreibt, hilft beim Entziffern dieser Strukturen.

Zurück zur Ausgangsfrage: „neues Jahr“ oder „Neues Jahr“? Beide Varianten sind in Grüßen korrekt. Wird aber allgemein über einen Zeitraum gesprochen, bleibt „neues“ kleingeschrieben. Zum Beispiel: „Im neuen Jahr möchte ich mehr lesen“. Es handelt sich um ein Adjektiv zu „Jahr“. Geht es aber um einen festlichen oder formellen Gruß wie „Frohes Neues Jahr!“, kann „Neues“ großgeschrieben werden.

Die Kleinschreibung von „neues“ ist in jedem Fall die modernere.

Auch in der modernen Kommunikation bleibt diese Großschreibung nützlich. Wer E-Mails, Präsentationen oder Social-Media-Posts schreibt, wirkt automatisch strukturierter, wenn Hauptwörter korrekt groß erscheinen. Das gilt auch für automatisierte Prozesse wie Texterkennung oder Sprachausgabe – denn Großschreibung erleichtert das Parsing durch Maschinen ebenso wie durch Menschen.

Uwe Freund Kommunikationstrainer Coach Textoptimierer mit KI und ohne KIAutor: Uwe Freund ist Kommunikationstrainer, Dozent, Coach, Speaker und Berater mit über 30 Jahren Erfahrung für die Themen Korrespondenz und Beschwerdemanagement per Brief, E-Mail, Live-Chat sowie für Zeitmanagement, Telefondialog und Präsentation. Er berät und unterstützt Unternehmen in verschiedenen Branchen bei der Neugestaltung der schriftlichen und mündlichen Kommunikation sowie bei der professionellen Textoptimierung von Vorlagen, Text-Makros und Templates.

Erfahrung in Zahlen: 4.600+ Seminartage · 44.200+ Teilnehmende (Okt. 2025). Beispielmessung 8 Wochen nach Seminar/Maßnahme: −30 % Textlänge, +26 % Erstlösungsquote (FCR First Contact Resolution).

Als Kommunikationstrainer mit KI-Kompetenz vermittelt er die bewährten Inhalte des E-Mail-Trainings und die effiziente Nutzung von KI-Werkzeugen zur Texterstellung und -optimierung: Sicherung von der Qualität, Klarheit und Kundenorientierung trotz KI-Unterstützung – Entwicklung von Standards zur KI-basierten E-Mail-Kommunikation – Strategien zur nachhaltigen Effizienzsteigerung bei täglichen Korrespondenzprozessen. In Projekten führt das zu kürzeren, klareren E-Mails und weniger Rückfragen.

Uwe Freund ist Mitglied im Bayerischen Journalistenverband (BJV) und im Arbeitsausschuss "Text- und Informationsverarbeitung für Büroanwendungen" beim DIN Deutschen Institut für Normung (DIN e. V.). Dort bringt er seine langjährige Erfahrung in die Normung von Bürokommunikation und Dokumentenstandards ein.

Studienabschluss: M. A. (Magister/Master) in Politik, Germanistik und Psychologie | Weiterbildungen: Coach (EASC) auf Basis der Transaktionsanalyse, Konfliktmanagement, Gruppendynamik, Physiologie und Sport-Trainingsmethodik, Gestalt, TZI, MPC, INSIGHTS MDI (Akkreditierter Berater), Lumina Spark (Akkreditierter Berater) | Seminarsprachen: Deutsch, Englisch | Branchenschwerpunkte: Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Energieversorger, öffentlicher Verkehr, öffentliche Verwaltung, Kanzleien, Automotive, IT, Software und Fashion/Beauty.

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